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DEM ORTLER SO NAH !
Die Stilfser Joch Straße

In keinem Biker-Blog fehlen diese Namen: Stilfser Joch und Umbrail - und das Zungenschnalzen ob dieser Fahrtrouten ist gewissermaßen herauszuhören. Gibt es denn etwas Schöneres, als einen Paß nach dem anderen mit dem geliebten Porsche zu erkunden? Die Königin der Alpenpässe und der höchste Straßenpaß der Schweiz sollten es diesmal sein; mythenbeladene Hochalpen-straßen, schmal, kurvig und immer steil bergauf !

Die Anfahrt über die Reschenstraße hinab ins Vinschgau war schon eine kleinere Aufwärmrunde, zumal dicke Regenwolken unermüdlich ihren Ballast abwarfen. Der Reschenstausee also arg vernebelt, dafür der Kirchturm des alten 1949 gefluteten Dorfes Graun umso trotziger. Die Rast in Schluderns, überragt von der gotischen Churburg, öffnete allmählich wieder die Sinne für mehr. Nach Spondinig ins Hotel Post Hirsch war’s nur noch ein Rutsch. Gleich drauf nach Trafoi ins Nationalparkhaus, wo uns erzählt wurde von den Jägern der Nacht, den Eulen und Käuzen, die in diesem großen Schutzgebiet der Alpen immer noch heimisch sind.

Anderntags bange Blicke auf die Webcam. Wie schaut’s aus, oben am Joch? Leicht angeschneite Tische und Bänke, nasser Asphalt und magere, einstellige Temperaturen waren abzuwägen. Dennoch, wir wollten es wagen. Vorher erst noch zu den tief im Trafoier Tal liegenden Hl. Drei Brunnen samt Wallfahrts-kirchlein, wo hinten, am Madatschgletscher, vier Riesenquellen als Wasserfälle zu Tal stürzen – ein stilles, lautes Fleckchen.

Die Auffahrt auf 2757 m Höhe über die Nordostrampe mit 48 Spitzkehren war in jeder Hinsicht gelebte Herausforderung. Nur die alpine Gebirgslandschaft samt König Ortler versteckte sich etwas allzu häufig hinter fetten Nebelschwaden, dazu ganz oben leichter Graupel. Angenehm verkehrsfrei die Abfahrt über den schmalen Umbrailpass; ein Schlenker in die südöstlichste Ecke Graubündens mit dem idyllisch abgeschiedenen Münstertal. In Glurns, der kleinsten Stadt der Alpen, schloß sich der Kreis und Italien hatte uns wieder.

Kräftige Sonnenstrahlen lockten Sonntags per Seilbahn von Sulden aus in luftige Höhen. Mit den eigenen Aufstiegshilfen weitere ein paar Hundert Höhenmeter dazu bis zur Madritschhütte, und viel gratis Panoramablick auf fast 3000 m.

Zu Tale gegondelt, noch in das MMM Ortles, Reinhold Messners viertes Museums-projekt, gewidmet dem Thema Ewiges Eis und Ortler – schaurig schön.

Fazit: Bergwelt erleben und Fahrspaß genießen offenbart eine symbiotische Verbindung mit hohem Suchtpotential!

Text: ef
Fotos: Mitglieder