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SCHOPPEN UND SCHUNKELN
Im Herzen der Südpfalz - Die Kunst das Leben zu genießen

Schon früh im Jahr stand es fest: Wir fahren in die Pfalz ! Ist sie doch historisch belegt die Verbundenheit zwischen Bayern und Pfalz. Bald acht Jahrhunderte sind es her, als 1214 der Staufer-König und spätere Kaiser Friedrich II. den Bayernherzog Ludwig I. mit der Pfalzgrafschaft bei Rhein belehnte. Damals kamen der Pfälzer Löwe und die weiß-blauen bayerischen Rauten zusammen.

Zum Weinfest nach Gleiszellen war geladen; ein malerisches Fachwerkdorf am südlichen Ende der 85 km langen Deutschen Weinstraße gelegen, inmitten sanft geschwungener Hügel am Rande des Pfälzerwaldes. Die Anfahrt der acht Porsches verlief problemlos und kaum in Reih' und Glied abgestellt, begrüßten und begossen wir den goldenen Oktober auf der Sonnenterrasse des Hotels. Scheinbar endlose, schnurgerade Reihen von Rebstöcken leuchteten im herbstlichen Laubgewand und ließen bereits erahnen, worauf wir uns eingelassen hatten.

Dicht an dicht drängen sich die Häuser in den Gassen, Buden und Stände waren aufgestellt, die geöffneten Höfe und Weinstuben luden ein. Schließlich wird hier Mitte Oktober dem "Fest des Federweißen" ein Wochenende lang trinkfest gehuldigt. Der Wein rauscht ins Schoppenglas und wer es noch nicht wusste: ein Schoppen ist immerhin ein satter halber Liter.

Tags darauf ein Besuch im Bürstenbindermuseum in Ramberg, ein früher hier beheimatetes Handwerk. Aus den leidenschaftlich vorgetragenen Erklärungen des Bürgermeisters war es noch herauszuhören, wie sehr Enge und Armut das Leben früher bestimmten. Sanftes Hügelland und glitzernder Laubwald geleitete uns weiter zum Forsthaus "Drei Buchen". Höchste Zeit, sich der herzhaften Pfälzer Kost zu widmen. Hier könnte man bleiben, wartete nicht schon das nächste Ereignis.

Am besten schmeckt der Wein dort, wo er gewachsen ist, also auf per Pedes zur Weinprobe in den Weingarten von Fritz Walter in Niederhorbach und nebenbei Wissenswertes aufsaugen zu Weinbau, Rebsorten und Kellertechnik. Der Heimtransport später in der Weinstube getätigter Bestellungen löste am Abreisetag manch kleinere logistische Aufgabe aus. Wer noch wollte und konnte, verschwand abends wieder in der Winzergasse; man kannte sich ja schon.

Letzter Tag ! Auf den Trifels zur alten Reichsburg. Das Bauwerk der Salier und Staufer sollte unvergängliche Macht verkörpern, doch der Blitz schlug den Palas klein und wer im Tal behauene Steine für den Hausbau brauchte, holte sie sich vom Berg. Von oben schier endlos der Blick auf Kuppen und sanfte Fünfhunderter. Wieder unten, letzte Gelegenheit zur Vesper mit "em Pfälzer soi Leibspeis" im Burgrestaurant. Dann hieß es Abschied nehmen vom endlosen Wald, besten Weinen und Menschen, die gerne feiern. Im "Garten Gottes" fühlten wir uns wie im Paradies!